Alles, was schwimmt, fliegt und fährt
Alles, was schwimmt, fliegt und fährt
 

L I E F E R B A R

 

Mit dem Lloyd nach New York

Erinnerungen an die Passagierschiffe
BERLIN, BREMEN und EUROPA
160 Seiten,

121 Abbildungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besatzungsmitglieder und Passagiere erzählen von ihrem Alltag und besonderen Erlebnissen auf Bremens letzten Linern. Die interessanten und spannenden Berichte veranschaulichen eine längst vergangene Zeit, als man noch mit den Schiffen des Norddeutschen Lloyd nach Amerika reiste.

Ingenieur-Assistent Detlef Precht berichtet von purzelnden Apfelsinen und Trinkgeld-Tricks im Maschinenraum der BERLIN, geheimen Rendezvous im Schornstein, von Kapitän Lorenz und der winkenden Freiheitsstatue sowie einem Treffen mit Marilyn Monroe.

 

Schiffsinnenarchitekt Joachim Buchwald erinnert sich an seinen Entwurf eines eleganten Lloyd-Liners beim Bremer Vulkan, an nächtliche Umbaukonzepte für die BREMEN am Buß- und Bettag 1957 und die Verwandlung der verlotterten PASTEUR in ein Spitzenschiff der 1960er Jahre.

 

Konditor Rolf Meyerdierks musste sich auf der BREMEN est mühsam „durchbeißen“, brachte es dann aber bis zum Chefpatissier. Die 100. Reise der BREMEN nahm er zum Anlass, für Kapitän Rössing eine Marzipanplatte mit Kakaomalerei zu zaubern. Motiv war die BREMEN. „Bisher lag mir die BREMEN ja nur am Herzen, bald wird sie mir auch im Magen liegen“, kommentierte Rössing.

 

Lilo und Wolf Wilms gehörten im Sommer 1959 zu den ersten Passagieren der BREMEN. Nach langem Amerika-Aufenthalt genossen sie Küche und Komfort des neuen Liners sowie den Kontakt mit kultivierten Passagieren, während ihr Sohn den Bordservice auf seine Weise testete.

 

Für Dr. Wolfgang Belke erfüllte sich der Wunsch, als Schiffsarzt auf einem Lloyd-Liner zu arbeiten zunächst auf der BERLIN und schon bald auch auf der BREMEN.

 

Offizier Wilfried Meyer-Kamps naschte auf der BERLIN vom Kapitäns-Kuchen und hieß auf der EUROPA „Schilder-Meyer“. Auf der BREMEN erwischte ihn Kapitän Rössing beim Fußballspiel auf der Brücke, auf ihr erlebte er abenteuerliche Rettungsaktionen und einen dramatischen Wassereinbruch im Turbinenraum, der nur mit einer genialen Idee zu stoppen war.

 

Offizier Hans Dieter Lübbers wollte Frachter fahren, doch Anfang der 1960er Jahre entdeckte er sein Herz für die BERLIN und ihr angenehmes Bordklima. Ihm begegneten ein blinder Passagier, eine hundebegeisterte Dame und ein spendabler Küchenchef.

 

Die Zahlmeister Eckhard Scherf und Achim Rieke sorgten mit Mandoline und Gitarre für Stimmung auf der BERLIN und der EUROPA. Sie erinnern sich an einen schwimmenden Koffer, Hühner auf dem Hundedeck und eine fröhliche Trauerfeier.

 

Günther Schaack war letzter Zahlmeister der BERLIN und erlebte mit, wie ein trauriger Kapitän Will sein Schiff im Hafen der Abwrackwerft von La Spezia auf den Schlick setzte und dennoch auf der Brücke Sekt spendierte.

 

Peter Müllers Dienste mit Kamm und Schere nutzten Matrosen und Stewards genauso wie Ingenieure und Offiziere der BREMEN. Friseur Müller erzählt von der Arbeit, von der Mannschaftskneipe „Wellentunnel“ und einem folgenreichen Tipp an Showstar Siegfried: „Nimm doch den Roy!“

 

Als Bärbel Kasper 1970/71 als Aupair-Mädchen in den USA arbeiten wollte, spendierte ihr Vater ihr die Reise mit der BREMEN - für die 19-jährige ein „Mumienschiff“, dessen Atmosphäre sie nur bei ruhiger See und frischer Atlantikluft an Deck oder abends mit einer Studentenclique in der Taverne genoss.

 

Auf der EUROPA sei er „Mädchen für alles“ gewesen, sagt Schiffszimmermann Wilhelm Schrader. In stets sauberer Uniform war er rund um die Uhr für alles zuständig, was mit Holz und Frischwasser zu tun hatte. Außerdem arbeitete er als Schlosser und Klempner.

 

Wie es mit der Rentabilität der Bremer Liner aussah, verrät Controller Achim Rieke, der in der Bremer Hapag-Lloyd-Zentrale dabei war, als das Ende der BREMEN besiegelt und die EUROPA gerettet wurde.

 

So urteilen die Kritiker:


Hamburger Rundbrief:
Focke kombiniert überaus geschickt direkte Rede der Gesprächspartner mit Elementen von Bericht und Reportage zu Schilderungen, die ohne Schnörkel auskommen und gerade dadurch den Personen am besten gerecht werden.

 

Zugleich werden Längen elegant vermeiden, der Autor stellt den durchgehend hohen Informationsgehalt der Texte sicher und kann dabei noch für kurzweilige Lektüre sorgen. Der Leser bleibt trotzdem immer ganz dicht am Zeitzeugen.

 

Die zahlreichen, in bester Güte reproduzierten Fotos illustrieren nicht nur Schiffe und Bordleben, sondern unterstreichen auch, dass in diesem Buch der Mensch im Mittelpunkt steht. Gerade in dieser Beziehung ist es eine wertvolle Ergänzung für jedes Shiplover-Bücherbord.

 

Für die Besitzer des Bandes „Bremens letzte Liner“ ist es obendrein zu diesem Thema das „Sahnehäubchen“.

Bremisches Jahrbuch:
Zur Reederei- und allgemeinen Schiffahrtsgeschichte erweist sich das Buch als ergiebige Quelle. Nicht nur der Bordalltag wird in vielen Facetten lebendig, sondern auch zur Schiffbaugeschichte findet sich Aufschlussreiches.

 

Neben den Zeugenaussagen ist es dem Vf. auch gelungen, bei den Bilddokumenten zahlreiche, in vielen Fällen bislang ungehobene Schätze zu bergen. Was Focke hier erarbeitet hat, ist nicht zuletzt packende Sozialgeschichte zum Anfassen. Sie erschöpft sich nicht in den vordergründigen „Döntjes“, sondern bietet auch dem historischen Fachmann etwas, unterhält also nicht „nur“ den Leser auf kurzweilige Art und Weise.

 

Focke bringt uns ein substantielles Stück Zeitkolorit, ein Stück faszinierendes Nachkriegswestdeutschland nahe. Vor dem inneren Auge des Lesers ersteht ein ganzes Zeitalter noch einmal auf überaus lebendige Art und Wiese.

 

Eine journalistische Leichtigkeit verbindet sich bei dem Vf. auf das Glücklichste mit gedanklicher, also analytischer Tiefe. Bleibt zu hoffen, dass Focke seine Forschungen mit demselben Elan fortsetzt, zum Nutzen der bremischen Schiffahrts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

Jahrbuch der Männer vom Morgenstern:
Der Autor, ein in der Bremischen Lokalgeschichte durch profunde Veröffentlichungen ausgewiesener Historiker und Gymnasiallehrer, hat für seine Darstellung die Methode des Interviews von Zeitzeugen benutzt. Damit war an Stelle einer möglicherweise trockenen Faktenaufzählung eine überaus lebendige Beschreibung des ungemein vielseitigen Betriebssystems ,Schnelldampfer’ erreicht worden.

 

Eine geradezu spannende Lektüre, aber dennoch ein profundes Gesamtbild vom Betrieb solcher Liner, was sich von der bisherigen Literatur dieses Genres überaus positiv abhebt.

 

Das mit erstklassig reproduzierten Photos reichlich ausgestattete Buch ist einmal ein herausragender Beitrag zur deutschen Schifffahrtsgeschichte, natürlich auch zur Bremischen Landeskunde, aber auch eine profunde Darstellung zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der ersten Jahrzehnte unserer Bundesrepublik.

 

Dass dieser Band auch noch ein besonderes Lesevergnügen bereitet, rundet das positive Gesamtbild ab.

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